Feuer und Flamme für Braunschweig

Kennen Sie Bruno? Nein, wir meinen nicht den »Problembären«, der Ende Mai 2006 von einem ambitionierten bayrischen Politiker zum Abschuss freigegeben wurde. Der Sage nach soll ein gewisser »Bruno« der Stadtgründer und Namensgeber Braunschweigs (Brunswieks) sein, und seine Nachfahren, die Brunonen, lenkten die Geschicke der Stadt für eine gefühlte Ewigkeit.

Nicht nur dem Liebhaber romanischer Sprachen wird aufgefallen sein sein, dass »Brunonen« ganz profan »die Braunen« bedeutet. Das ist nur deshalb bemerkens- und erwähnenswert, da diese doch eher unscheinbare Farbe enger mit Braunschweigs Geschichte verknüpft zu sein scheint, als es der olle Bruno sich hätte träumen lassen. Um 1930 kamen dann nämlich die anderen »Braunen« in die Stadt, die nicht nur das Schicksal Braunschweigs, sondern ganz Deutschlands für beinahe zwei Jahrzehnte bestimmen sollten. Aber dazu später mehr.

Nach Bruno und seiner Sippschaft erschien dann ein weiterer, für Braunschweig bedeutender Herrscher, der Welfe Heinrich der Löwe, auf der Bildfläche. Dieser ließ Braunschweig aufgrund seiner geschickten Siedlungspolitik zu einer großen und mächtigen Stadt aufblühen. Zeugnisse seines Wirkens kann man noch heute in der »Löwenstadt« und deren weitläufiger Umgebung entdecken und bewundern.

Im letzten Jahrhundert zeigten die Braunschweiger Stadtväter dann Herz und Mitgefühl, als sie dem verfolgten Problembären Österreicher Adolf H. aus Braun-au Asyl anboten, nachdem ihn andere Städte kaltherzig abgewiesen hatten. Durch seine Einbürgerung konnte er endlich Karriere als Reichskanzler machen und Deutschland blühende Zeiten entgegen führen. Aus Dankbarkeit feierte der passionierte Oberlippenbartträger 1931 eine große Parade mit Fackelzug und Musik vor dem Braunschweiger Schloss, wo viele Bürger ihn und seine Lebensabschnittsgefährtin, eine gewisse Frau Braun, herzlich willkommen hiessen.

Etwa zur gleichen Zeit erreichte die PARTEI knapp 45% der Stimmen bei den Wahlen und wurde damit stärkste Partei im damals noch reichlich unüberschaubar großen Deutschen Dings. Maßgeblich am Erfolg beteiligt war der damals noch völlig unbekannte, aber charismatische Dyl Ulenspegel, der durch seine unkonventionellen Wahlkampfmethoden bis heute von sich reden macht. Wir arbeiten seit ein paar Jahren wieder erfolgreich daran, ein Ergebnis dieser Grössenordnung mit der PARTEI zu erreichen. Da unser geliebter GröVaZ ganz in der Tradition Ulenspegels agiert und sich damit sogar einen Sitz im Europaparlament gesichert hat, liegt der Erfolg in (gefühlter) greifbarer Nähe.

Nach 1945 verlor Braunschweig nicht nur an Bedeutung, sondern ungerechterweise auch seinen Status als Landeshauptstadt an die langweilige Nachbarstadt Hannover, worunter ein paar Einheimische noch heute ganz arg leiden und wogegen diese verständlicherweise immer wieder bei besonderen Anlässen mit viel Getöse und reichlich Pyrotechnik, ganz in der Tradition der Fackelzüge, demonstrieren. Es scheint fast ein wenig so, als hätte das Braun(e) nach all den Jahrhunderten seine Spuren nicht nur im Stadtnamen hinterlassen. So schließt sich ein Kreis. Für uns ist das geschichtsträchtige Braunschweig deshalb die einzig wahre »Landeshauptstadt der Herzen«, und wir rufen es in die Welt hinaus: »Schaut auf diese Stadt!« Und wir werden nicht eher ruhen, bis Hannover den Titel an den rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben hat.

 

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